Risiken

Unternehmens-Berater von der Bank empfohlen? Vorsicht!

Restrukturierung ist ein lukratives Geschäft. Nicht immer zum Vorteil der betroffenen Unternehmen. Unternehmensberater und einige, wenige Kundenberater der Bank haben sich teils zu erfolgreichen Teams organisiert.

Der grösste Vorteil für Kreditgeber ist der Verkauf aus der Substanz des betroffenen Unternehmens vor einer Insolvenz. Nur so kann ein Kredit ganz oder grösstenteils zurückgezahlt werden. Naturgemäss führt eine solche Strategie zu einem harten Schnitt im Unternehmen. Betriebsschliessungen, Entlassungen, der Verlust von Marktanteilen und der Verlust an Wettbewerbsfähigkeit fallen unnötig hart aus. Daher wird eine solche Strategie naturgemäss von einer Unternehmensleitung abgelehnt.

Es kann aber dennoch dazu kommen, insbesondere wenn Unternehmensberater dazu drängen. Den dazu nötigen Rückhalt finden sie bei Banken und Eigentümern. Möglich wird das durch die Aufhebung der Verschwiegenheitspflicht der Unternehmensberater. Damit ist eine Kommunikation an der Unternehmensleitung vorbei und ohne deren Kenntnis sehr wahrscheinlich.

Hat die Unternehmensberatung auf diese Weise erst eine Allianz gefestigt, kann sich die Unternehmensleitung ohne eigenen Schaden nicht mehr vom Unternehmensberater lösen. In der Folge sorgen weitere Berichte über Fehlentscheidungen und Missstände im Unternehmen für die Diskreditierung der Unternehmensleitung.

Dies kann im weiteren Verlauf der Unternehmensberatung dazu führen, dass eine Unternehmensleitung nicht mehr frei in Ihren Entscheidungen ist. Ein “Abnicken” der vom Unternehmensberater vorgeschlagenen Massnahmen kann jedoch massiven Substanzverlust am Unternehmen bedeuten. Eine Schmälerung des Vermögens der Eigentümer tritt ein. Schadenersatzforderungen der Gesellschafter an die Unternehmensleitung werden wahrscheinlich folgen.

Warum reine Berater als Unternehmensleitung in der Wirtschaft versagen

Die Beraterkarriere beginnt meist mit guten Zeugnissen und findet ihren weiteren Verlauf mit einem ebenso guten Hochschulabschluss. Mit einem guten Abschluss in der Betriebswirtschaftslehre qualifiziert sich ein “high potential” für eine Festanstellung in einer Unternehmensberatung. Damit ist der Weg für grosse Taten geebnet.

Der hier geschilderte Fall ist aus der Realität und zeigt das Dilemma der Berater-Eliten. Der Akteur in diesem Stück soll nicht verraten werden, jedoch wollen wir ihn der Einfachheit halber DJ nennen.

Nun, DJ macht Karriere und spezialisiert sich als Kaufmann in der Restrukturierungsbranche. Hier schaffte er die Karriereleiter bis zum Director. Wir wollen an dieser Stelle festhalten, dass er bis zu diesem Zeitpunkt niemals selbst in Linienverantwortung oder gar Gesamtverantwortung in der Industrie tätig war. Ob er jemals selbst eine Fertigung von innen gesehen, oder einen Hammer gehalten hat , ist nicht bekannt.

Jedenfalls wird er als Group CFO in der Metallindustrie tätig. Einer Holding, die sich selbst eine Umstrukturierung verordnet hatte. Also genau auf der intellektuellen Linie von DJ. Welchen Einfluss DJ dort genau genommen hat, um das Unternehmen zu restrukturieren ist nicht bekannt. Jedenfalls gilt das Unternehmen als einer der “grössten Sanierungsfälle des Landes” in Baden-Württemberg. 

Nach einem Jahr und sieben Monaten ist die Karriere von DJ dort beendet und das Unternehmen für einen Euro an einen chinesischen Investor verkauft. DJ’s Name verschwindet aus den Handelsregistern für fast zwei Jahre. Dann taucht er wieder auf, hat sich selbstständig gemacht mit einem Internet-Handel im Bereich Metall. Wie erfolgreich das private Engagement verläuft ist nicht bekannt.

Stand heute (Juli 2020) ist DJ ein Elite Berater in der Unternehmensberatung, für die er schon früher tätig war. Damit steht er im Widerspruch der Leitlinien der SDC und des EBIT-Doctor®.

Die Folgen einer harten Restrukturierung können folgend skizziert werden:

  • Deutlicher Stellenabbau
  • Management wird ersetzt
  • Massive Schrumpfung des Unternehmenswertes
  • Konkurs später noch möglich
  • Insolvenzverwalter wird eingesetzt
  • Strafermittlung gegen frühere Geschäftsleitung
  • Schadenersatzforderung gegen früheres Management
  • Rechtsstreit mit hohen privaten Kosten

Auswirkungen aufgrund Inanspruchnahme durch den Insolvenzverwalter

“Die zivilrechtliche Inanspruchnahme eines früheren Organs durch den Insolvenzverwalter hat regelmässig auch strafrechtliche Auswirkungen. Problematisch ist in diesem Zusammenhang, wenn die Staatsanwaltschaft die Feststellungen des Insolvenzverwalters – es liege eine Insolvenzverschleppung vor – häufig ungeprüft übernimmt. 

Selbst eine Schlüssigkeitsprüfung durch die Staatsanwaltschaften findet bisweilen nicht statt. Man vertraut dem Insolvenzverwalter als „neutraler Institution“. Überdies sind Staatsanwaltschaften und Gerichte bei komplexen Verfahren zeitlich überfordert, eigene Ermittlungen im Detail anzustellen.” (Ratgeber Restrukturierung, Stephan Cohnen, SDC Verlag Info-Regio, 2018)

Versicherungsrechtliche Probleme

“Erhebt ein Insolvenzverwalter den Vorwurf der Insolvenzverschleppung, werden die verantwortlichen Manager zivil- und strafrechtlich in Anspruch genommen. Eine Abwehr dieser Ansprüche ist kostenintensiv, da die Einschaltung spezialisierter Anwälte erforderlich, aber gegebenenfalls nicht ausreichend ist.

Existiert ein Insolvenzbericht, der die Verletzung einer Insolvenzantragspflicht „feststellt“, so ist der frühere Manager gehalten, durch ein Gegengutachten Waffengleichheit herzustellen. Ein solches Gegengutachten einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft verursacht einen hohen finanziellen Aufwand, mithin einen sechsstelligen Euro-Betrag.

Vorstände und Geschäftsführer sollten daher darauf achten, dass zu ihren Gunsten eine

Directors-and-Officers-Versicherung (D&O-Police, auch „Organ- oder Manager-Haftpflichtversicherung“) mit ausreichender Deckungssumme abgeschlossen wird, die auch in den geschilderten Fällen greift. Ebenso wichtig ist in diesem Kontext die Deckung von Strafverteidigerhonoraren. Auch die Einholung beziehungsweise Erstellung von (u.a. insolvenzrechtlichen) Gutachten sollte versichert sein.” (Ratgeber Restrukturierung, Stephan Cohnen, SDC Verlag Info-Regio, 2018)

Verhalten in der Praxis

“Vorstände und Geschäftsführer sollten sich bereits bei ersten Anzeichen einer finanziellen

Krise ihres Unternehmens und auch ihres Konzerns persönlich absichern. Eine Absicherung kann darin bestehen, durch Wirtschaftsprüfer oder spezialisierte Anwälte überprüfen zu lassen, ob eine Insolvenzantragspflicht des Unternehmens besteht.

Hat der Manager eine solche Prüfung angestossen, ist er beim entsprechenden Ergebnis dann verpflichtet, binnen drei Wochen Insolvenzantrag zu stellen, will er sich nicht dem Vorwurf der vorsätzlichen Insolvenzverschleppung aussetzen.“ (Ratgeber Restrukturierung, Stephan Cohnen, SDC Verlag Info-Regio, 2018)

Referenzen aus Konzern, Mittelstand und Lehre
GESAMTVERANTWORTUNG / LINIENVERANTWORTUNG

DAS SAGEN MEINE KLIENTEN

Information schadet nur dem, welcher nicht darüber verfügt

Das Erstgespräch ist unverbindlich

Der EBIT-Doctor gibt erste Hilfe:

Wie Sie in Ihrer Situation mit drei einfachen Schritten falsche Entscheidungen vermeiden und massgeblich die erfolgreiche Zukunft Ihres Unternehmens gestalten:

Das Gespräch ist streng vertraulich und unterliegt unserer Geheimhaltungsvereinbarung

Gerne nenne ich Ihnen unverbindlich weitere erfahrene Spezialisten und die richtigen Fachleute


Direkter Kontakt:

Office – DE: +49-711-995-985-36

Mobil – DE: +49-15-906-74-55-44

[contact-form-7 404 "Not Found"]